Die letzten Schulstunden vor den Weihnachtsferien haben oft ihren ganz eigenen Charakter:
Die Luft ist raus, die Konzentration schwindet, alle sind urlaubsreif und der Wunsch nach einem Film ist traditionsgemäß groß.
In diesem Jahr möchte ich einen neuen Weg gehen. Statt die Stunde „irgendwie vorbeiziehen zu lassen“, nutze ich sie in meiner Klasse für etwas, das Jugendlichen unglaublich guttun kann: einen achtsamen Rückblick auf das vergangene Jahr und eine Vision für das kommende Jahr.
Warum ein Jahresrückblick so wertvoll ist
Reflexion ist ein kraftvolles Werkzeug:
Sie macht Erfolge sichtbar, stärkt das Selbstvertrauen, schafft Klarheit und hilft, Erfahrungen bewusst einzuordnen.
Gerade Jugendliche profitieren enorm davon, ihre Gefühle, Erlebnisse und Erkenntnisse zu durchleben und auch in Worte zu fassen.
Ein Jahresrückblick…
- stärkt die Selbstwahrnehmung
- macht Fortschritte sichtbar
- fördert Dankbarkeit
- hilft, Belastendes bewusst zu verabschieden
- schafft Orientierung für die Zukunft
- stärkt die Motivation, eigene Ziele zu verfolgen
Und: Er zeigt Jugendlichen, wie viel in einem einzigen Jahr passiert und wie viel Entwicklung in ihnen steckt.
Die Methode: Ein Fragenblatt als Leitfaden
In der letzten Stunde erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Blatt mit Reflexionsfragen, die ihnen helfen, das Jahr zu ordnen und zu bewerten.
Diese Fragen können still beantwortet und, wenn sie möchten, anschließend in Kleingruppen oder im Plenum besprochen werden.
Die Reflexionsfragen
- So habe ich mich im Jahr 2025 meistens gefühlt
- Das waren meine drei tollsten/schönsten Erlebnisse
- Mit diesen Menschen habe ich die schönsten Momente verbracht
- Das war meine wertvollste Erfahrung dieses Jahr und das habe ich daraus gelernt
- Das hat mir nicht gutgetan
- An das möchte ich mich gerne noch in 10 Jahren erinnern
- Das habe ich Neues über mich/andere/die Welt gelernt
- Ich wäre gerne mit mir befreundet gewesen, denn …
- Meine Überschrift für das vergangene Jahr
- Mein Hauptwunsch für das kommende Jahr
Diese Fragen sind bewusst so formuliert, dass sie Emotionen, Erlebnisse, Werte, Wachstum und Selbstfürsorge verbinden.
Sie öffnen einen Raum, in dem Jugendliche sich selbst begegnen können.
Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art
Eine weitere Idee:
Die Kinder schreiben ausgewählte Antworten, oder vielleicht sogar alle, schön gestaltet auf Papier und schenken sie ihren Eltern oder einer wichtigen Bezugsperson.
Es ist ein persönliches, ehrliches, berührendes Geschenk, ein Geschenk, das verbinden kann.
Vision für das neue Jahr: Wunsch + Handlung
Am Ende der Stunde notiert kann jede und jeder noch notieren:
- Meinen Hauptwunsch für das kommende Jahr
- Meine Vision für 2026
- Den ersten kleinen Schritt, der mich diesem Wunsch näher bringt
So wird aus der Reflexion ein konkreter Impuls, der vom Denken über das Fühlen bis zum Wachsen führt.
Diese Art, eine letzte Schulstunde zu gestalten, zeigt deutlich auf, wie sehr Kinder und Jugendliche solche Räume brauchen, Räume, in denen sie nachdenken dürfen, ohne bewertet zu werden.
Räume, in denen sie spüren: Meine Gedanken haben Bedeutung und ich kann selbstwirksam sein.
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